Vereinbarung über gemeinsame Verantwortlichkeit

Nach Art. 26 DSGVO. Ergänzt den Auftragsverarbeitungsvertrag — beide gehören zusammen.

Warum es diese Vereinbarung braucht

Ein Auftragsverarbeitungsvertrag allein würde unterstellen, wir verarbeiteten die Gästedaten ausschließlich in Ihrem Auftrag. Das trifft nur zur Hälfte zu.

In Ihrem Auftrag — dort sind Sie Verantwortlicher, wir Auftragsverarbeiter:

In unserem eigenen Interesse — dort sind wir selbst Verantwortlicher:

Wer Zweck und Mittel bestimmt, ist Verantwortlicher — unabhängig davon, was im Vertrag steht. Deshalb braucht es beides.

1. Gegenstand

Gemeinsam festgelegt wird die Erhebung pseudonymer Interaktionsdaten („Nutzungsmessung“) von Gästen, die Ihr Widget oder die Gäste-App mit Ihrem Zugang benutzen. Die Kiosk-Ansicht sendet keine Interaktionsdaten.

Seit 29.09.2026 misst das Widget nur mit Einwilligung. Ohne Ihr Zutun sendet es keine Interaktionsdaten. Erst wenn Ihre Website dem Widget meldet, dass der Gast der Nutzungsmessung zugestimmt hat (über Ihr Einwilligungswerkzeug, siehe Anleitung für Gastgeber), findet eine Erhebung statt. Solange Sie keine Einwilligung einholen und weitergeben, ruht diese Vereinbarung für Ihr Widget; sie wird erst mit der ersten Einwilligung wirksam. Wir heben sie nicht auf, damit sie gilt, sobald Sie die Messung einschalten.

2. Verarbeitete Daten

DatumZweck
Pseudonyme SitzungskennungWiedererkennung innerhalb einer Sitzung
Veranstaltungskennungwelche Veranstaltung angezeigt oder geklickt wurde
Art der InteraktionAnzeige, Klick, Detailansicht, Merken, Stempel
VerweildauerStärke des Signals
HerkunftWidget oder App

Nicht erhoben werden IP-Adresse und Browsertyp — auch nicht als Hash. Die Sitzungskennung existiert nur im Arbeitsspeicher der geöffneten Seite; sie wird weder als Cookie noch im Local- oder Session-Storage des Browsers abgelegt und ist nach dem Schließen oder Neuladen der Seite verloren. Schickt ein Browser keine Kennung mit, vergeben wir je Anfrage eine neue Zufallskennung; aus IP-Adresse oder Browsertyp wird keine Kennung abgeleitet.

3. Rechtsgrundlage

Einwilligung des Gastes nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO und § 25 Abs. 1 TDDDG. Bis zum 29.09.2026 stützte sich die Erhebung auf berechtigtes Interesse (Art. 6 Abs. 1 lit. f); seither wird ohne Einwilligung nichts erhoben. Die Einwilligung holen Sie auf Ihrer Website ein; wir stellen dafür die Schnittstelle im Widget und einen Textvorschlag bereit. Widerruft der Gast, meldet Ihr Einwilligungswerkzeug das dem Widget, und es sendet ab sofort nichts mehr.

Was das Widget im Browser speichert, braucht keine Einwilligung: die Liste der Veranstaltungen, die der Gast selbst mit „Merken“ markiert, liegt im Local-Storage seines Browsers — ein vom Gast ausdrücklich gewünschter Dienst (§ 25 Abs. 2 Nr. 2 TDDDG). Sie geht an niemanden.

4. Wer welche Pflicht erfüllt

PflichtWer
Information der Gäste auf Ihrer Website und in Ihrem Haus (Art. 13)Sie — einen Textvorschlag finden Sie in der Anleitung für Gastgeber, einen ausführlichen Baustein schicken wir auf Anfrage
Einholen, Nachweis und Widerruf der Einwilligung auf Ihrer Website (§ 25 TDDDG, Art. 7)Sie — mit Ihrem Einwilligungswerkzeug; wir stellen die Schnittstelle im Widget
Information über die Verarbeitung im ModellWir — in unserer Datenschutzerklärung
Auskunft, Berichtigung, Löschung, WiderspruchWir — die Daten liegen bei uns
Technische Maßnahmen der PlattformWir
Technische Maßnahmen Ihrer Website und Ihres BildschirmsSie
Meldung einer Datenschutzverletzung der PlattformWir, mit Unterrichtung binnen 24 Stunden
Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeitenjede Partei für sich
Anlaufstelle für Betroffene sind wir. Das ist die ehrliche Regelung, weil nur dort Auskunft und Löschung tatsächlich ausführbar sind. Nach Art. 26 Abs. 3 DSGVO kann sich eine betroffene Person gleichwohl an jede der beiden Parteien wenden — das lässt sich vertraglich nicht abbedingen. Erreicht Sie eine solche Anfrage, leiten Sie sie bitte unverzüglich weiter.

5. Was Ihre Gäste erfahren müssen

Art. 26 Abs. 2 DSGVO verlangt, dass das Wesentliche dieser Vereinbarung den betroffenen Personen zur Verfügung steht. Das geschieht durch diese Seite und durch einen Hinweis in Ihrer eigenen Datenschutzerklärung. Einen Textvorschlag enthält die Anleitung für Gastgeber; einen ausführlichen Baustein schicken wir auf Anfrage. (Bis 29.09.2026 stand hier, der Baustein liege im Dashboard. Das stimmte nicht.)

6. Dauer und Beendigung

Diese Vereinbarung gilt für die Laufzeit des Nutzungsverhältnisses. Danach werden die Ihnen zuzuordnenden Interaktionsdaten binnen 30 Tagen gelöscht.

Was bleibt, sind die bereits in das Modell eingeflossenen Gewichte. Sie lassen sich nicht einzelnen Sitzungen zuordnen und nicht zurückrechnen — ein trainiertes Modell enthält keine Kopie seiner Trainingsdaten, sondern Parameter. Ein Anspruch auf Neutraining des Modells besteht nicht.

7. Zustandekommen

Diese Vereinbarung kommt mit dem Anhaken bei der Anmeldung zustande. Gespeichert werden die zugestimmte Fassung und der Zeitpunkt.